Sprachcafé

Ich wollte mich eigentlich schon lange in der Flüchtlingshilfe betätigen. Umso glücklicher war ich, als Fabian von den Jesuiten in unserer Hochschule Freiwillige für das Frans-van-der-Lugt-Projekt in München-Ramersdorf suchte.

Der Plan: ein Sprachcafé, um mit den Bewohnern und Bewohnerinnen deren Sprachkenntnisse noch einmal verstärkt zu üben und über den regulären Deutschunterricht hinaus einen Raum zu schaffen, in dem man Fragen stellen oder einfach Deutsch miteinander reden kann.

 


Jeden Dienstag fahren meine Kolleginnen und Kollegen und ich nach Ramersdorf und üben mit Flüchtlingen Deutsch. Dafür benutzen wir verschiedene Materialien, wie zum Beispiel kleine Memory-ähnliche Spiele oder natürlich auch ganz reguläre Lehrmaterialien. Die Sprachkenntnisse der Einzelnen variieren dabei natürlich, aber dann hilft man sich eben untereinander, und wenn die Erklärung auf Deutsch mal scheitert, kann einer der Fortgeschrittenen das Unverständnis in der Muttersprache auflösen. Dabei hat man dann auch gleich die Möglichkeit, seine eigenen Sprachkenntnisse zu erweitern.

Häufig bringen Flüchtlinge aber auch ihre eigenen Bücher oder eine Zeitung mit und stellen konkrete Fragen. Besonders der Sportteil der Zeitungen wird dann gerne gemeinsam gelesen und besprochen. Und immer wieder schweifen die Themen auch ab und man unterhält sich plötzlich über ganz andere Dinge als den Deutschunterricht. Dann lernt man über den Alltag der Anderen, über ihre Hobbys und was sie so bewegt.

Sehr schön fand ich, als nach dem ersten Mal Sprachcafé viele bekannte Gesichter regelmäßig wiederkamen. Mittlerweile kenne ich viele der Bewohner und Bewohnerinnen und man grüßt sich auf den Fluren und in den Gängen und freut sich, einander wiederzusehen.

– Marie, 21, Philosophie-Studentin

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